Daimler und BMW wollen Zusammenarbeit vertiefen

Daimler und BMW wollen Zusammenarbeit vertiefen.   

Nachdem Daimler und BMW bereits ihre Carsharing Unternehmen car2go und Drive-Now (BMW) zusammengelegt haben, ist nun offensichtlich eine weitere Zusammenarbeit geplant.

Der Mercedes Bereichsvorstand, Wilko Stark, zuständig für Einkauf und Lieferantenqualität, hatte kürzlich erklärt, dass aufgrund sehr hoher Investitionen im Bereich der Elektromobilität, des autonomen Fahrens und der Vernetzung alle Automobilhersteller vor enormen Herausforderungen stehen.

Sowohl mit Wettbewerbern wie auch mit Lieferanten müsse über neue Partnerschaften nachgedacht werden.

Die beschlossenen gemeinsamen Carsharing Aktivitäten sollen nur den Start bilden. Das von BMW und Daimler gemeinsam (wahrscheinlich unter dem Namen Jurbey) betriebene Carsharing Unternehmen hat seinen Sitz in Berlin und wird seinen Betrieb mit zunächst 500 Mitarbeitern aufnehmen.

Stark ließ offen, ob eine spätere Zusammenarbeit auf einer gemeinsamen Plattform für autonomes Fahren mit BMW bereits geplant sei. Er betonte jedoch, dass eine gemeinsame autonome Plattform “Komplexität rausnehmen” würde.



Aber auch die Zusammenarbeit mit den Lieferanten muss vorangetrieben werden, um bei künftigen Innovationen eine entscheidende Rolle zu spielen.

Start managet den Einkauf mit einer Mannschaft von 1.800 Mitarbeitern, die zuständig sind für die Kauf- und Lieferbedingungen von ca. 2.000 Lieferanten.

Daimler sichert sich Batteriezellen für 20 Milliarden US-Dollar

Insbesondere auf dem Gebiet der Batteriezellen ist Daimler auf seine Lieferanten angewiesen. Kürzlich erst hatte sich das Unternehmen Batteriezellen Lieferungen im Wert von 20 Milliarden US-Dollar für die nächsten Jahre bei vorwiegend chinesischen Lieferanten gesichert.

Offensichtlich ist noch keiner der deutschen Autohersteller wirklich bereit in eigene Batteriezellen Produktionen zu investieren. Die bisher dort getätigten Investitionen sind nicht vergleichbar mit denen der chinesischen und südkoreanischen Batteriehersteller. Es hat den Anschein, dass die deutschen Autohersteller auch in Zukunft mehr auf hochwertig ausgestattete Fahrzeuge als auf die technische Entwicklung der Batterien setzen.

Dieses Vorgehen unterliegt einem gewissen Risiko, da man sich langfristig möglicherweise einem chinesischen Preis Diktat unterwirft. Dahin steht wohl die Überlegung, dass sich im Markt ein Konkurrenzkampf zwischen den Batteriezellen Herstellern entwickelt, der kurz- bis mittelfristig zu stabilen Preisen auf niedrigem Niveau führt.

Hierbei darf aber nicht vergessen werden, dass chinesische Unternehmen im Zweifel staatsgelenkt sind.  Es ist nicht anzunehmen, dass die chinesische Regierung langfristig einen ruinösen Wettbewerb ihrer eigenen Batteriezellen Produktion hinnehmen wird.

Aus diesem Gesichtspunkt wäre die deutsche Autoindustrie sicherlich gut beraten zumindest auf niedrigem Niveau, weiter in die Batteriezellen Forschung wie auch in die Produktion eigener Batteriezellen zu investieren. Insofern wäre eine weitere enge Zusammenarbeit der deutschen Autokonzerne auch in diesem Bereich sicherlich wünschenswert.

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