Wie lange hält die Elektroauto Batterie?

Wie lange hält die Elektroauto Batterie?

In einem Leserbrief in der ADAC Motorwelt teilte der Fahrer eines Smart 451 mit, dass die Batterie seines nur fünf Jahre alten Smart nun defekt sei. Die Kosten für den Austausch lägen bei 17.000 € zuzüglich Mehrwertsteuer und Einbau. Damit wäre der Smart nun ein wirtschaftlicher Totalschaden. Sarkastisch schrieb daraufhin der Leser: “Ich stelle ihn in den Garten, werde ihn grün bepflanzen und wieder mit meinem Diesel zur Arbeit fahren“.

Wir haben diesen Leserbrief aufgegriffen, um uns einmal eingehender mit der Frage der tatsächlichen Lebensdauer und der Kosten der Akkus für Elektroautos zu beschäftigen.

Faustregel: Der Akku hält 1.000 Ladezyklen

Die gegenwärtig standardmäßig in Elektroautos verbauten Lithium-Ionen-Batterien müssen nach Expertenmeinung in der Regel nach 1.000 Ladevorgängen getauscht werden. 

Somit spielt die Größe des Akkus und die erzielbare Reichweite gleichzeitig auch eine entscheidende Rolle für die Lebenszeit des Akkus.

Reicht nämlich eine Ladung nur für 100 Kilometer Reichweite, so müsste der Akku nach 100.000 Kilometern gewechselt werden. 

Ermöglicht dagegen der Akku zu Beginn seiner Lebenszeit einer Reichweite von 400 km, so steht ein Austausch erst nach 400.000 km an.

Zunächst einmal ist erwähnenswert, dass ein Ladezyklus eine Aufladung von 100 % meint.  Werden also z.B. 2 x 50 % aufgeladen, so entspricht das nur einem vollen Ladezyklus.

Wie lange hält die Elektroauto Batterie?Bisherige Erfahrungswerte

Da Elektroautos leider nach wie vor die Ausnahme sind liegen noch nicht viele Erfahrungswerte über die tatsächliche Haltbarkeit der Akkus vor.

Eine erste Analyse lässt ein Dauertest des ADAC mit 3 Elektroautos zu.

Seit September 2014 läuft dort ein BMW i3 mit Range Extender. Der kleine BMW i3 mit 22 kWh Akku hat mittlerweile 84.000 Kilometer absolviert. Zu Beginn des Testes vor fünf Jahren hatte der i3 Rex eine elektrische Reichweite von 106 Kilometern. Diese hat sich nach 84.000 km um sieben km auf 99 km reduziert. 

Das zweite Auto im ADAC Dauertest für Elektroautos ist ein Nissan Leaf. Der vor 6 Jahren noch mit 24 kWh Akku ausgelieferte Leaf hatte bei Testbeginn eine Reichweite von 105 km. Nach 100.000 Kilometern reicht die Kapazität der Batterie jetzt noch für 89 Kilometer elektrische Fahrt.

Bezüglich des Leaf weist der ADAC allerdings darauf hin, dass es der Batterie sicherlich nicht gutgetan habe, “dass sie im Rahmen der Tests mehrmals komplett entleert worden ist und dass sie auch einige Male im fast vollen Zustand nachgeladen werden musste. Beides lässt die Batterie zusätzlich altern, sollte im normalen Privat-Betrieb aber eigentlich nicht vorkommen”.

Beim dritten Fahrzeug handelt es sich um einen Opel Ampera mit Range Extender. Beim Ampera war die Reichweite bei Testbeginn und 6 Jahre später, nach 175 000 Kilometern, unverändert. Sie betrug bei Beginn und Ende jeweils zwischen 40 und 80 km. Beim Ampera weist der ADAC allerdings darauf hin, dass es sich um Prüfstand Reichweiten handelt.

Betrachtung zu den Kosten

Die Preise für die Akkus unterscheiden sich erheblich. Während Daimler für einen neuen Akku eines Smart tatsächlich 17.000 € verlangt, gibt es den erheblich größeren Akku bei Renault für den Zoe schon für 8000 €. 

Nimmt man eine jährliche Fahrleistung von 15.000 km und eine Laufzeit von 8 Jahren (96 Monate) an, so ergibt sich folgende Rechnung:

Für den smart:

17.000 € / 96 Monate = ca. 177 € / Monat

Für den Zoe:

8.000 € / 96 Monate = ca. 83 € / Monat

Die Kosten für die Batterie decken sich dabei beim Zoe annähernd mit der Miete, die zu entrichten ist, wenn der Akku nicht gekauft wird.

Die monatliche Miete für den Akku des Zoe beträgt bei einer jährlichen Laufleistung von 15.000 Kilometern 99 € pro Monat.

Die erheblich höheren Kosten für die erhebliche kleinere Batterie des smart lassen sich daher nur durch den Wunsch von smart erklären, dass Auto ein zweites Mal zu rentabilisieren. Der Akku soll hier offensichtlich langfristig zum Margenbringer werden. 

Wirklich konkrete Aussagen zum Akkuverschleiß lassen sich gegenwärtig wohl noch nicht treffen.  Ausgegangen werden kann wohl von einem Verlust von zwischen 2 und 4% der Batteriekapazität pro Jahr.

Zum jetzigen Zeitpunkt und aufgrund der wenigen vorliegenden Daten ist es wohl am günstigsten den Akku zu mieten, soweit der einzelne Hersteller dies zulässt.

Hier könnt ihr sehen, wie sich die Klimaanlage auf die Reichweite auswirkt:

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