Der Krimi um Carlos Ghosn geht weiter

Der Krimi um Carlos Ghosn geht weiter.

 Die Verhaftung des 64-Jährigen Automobil Topmanagers Carlos Ghosn erschüttert die Aktienmärkte.

Ghosn war in Japan unter dem Vorwurf der Finanzmanipulation und wegen des Vorwurfs der Unterschlagung festgenommen worden.

Ghosn hat auch unter den Topmanagern mit Sonderposition

Ghosn nimmt auch unter den Topmanagern aus der Automobilindustrie eine Sonderposition ein. Bis vor einigen Tagen war er Verwaltungs- und Vorstandsvorsitzender von Renault und zugleich Verwaltungsratsvorsitzender der japanischen Autobauer Nissan und Mitsubishi Motors.

Diese Position ermöglichte es dem Manager in den vergangenen Jahren enge Kooperationen zwischen den drei Firmen zu bauen.

Diese enge Verknüpfung der drei großen Automobilhersteller führte in der Vergangenheit zu einer gemeinsamen Plattform Technik. Ebenso wurden Einkauf und Forschung zum Teil zusammengelegt, zum Teil durch regelmäßigen Austausch des Leitungspersonal in der Effizienz gesteigert. Die Modultechnik geht soweit, dass unterschiedliche Modelle eines Hersteller auch im Werk eines der Partner gebaut werden können.

Tatsächliche und Kapitalverflechtung

Neben der tatsächlichen Verflechtung besteht aber auch eine schon häufig kritisierte gegenseitige Kapitalverflechtung.

Renault hält 43,4% an Nissan. Nissan hält aber nur 15,0% stimmrechtslose Beteiligungen an Renault. Beide zusammen halten jeweils hälftig zu 50 % die Anteile an der Renault-Nissan B.V..

Nissan wiederum ist zu 34% an der Mitsubishi Motors beteiligt.

Das krasse Missverhältnis in den gegenseitigen Beteiligungen geht auf die Krise von Nissan Ende der neunziger Jahre zurück. Renault hatte seinerzeit den krisengeschüttelten Nissan Konzern vor der Insolvenz gerettet.

Zunächst hatten Nissan und Mitsubishi Motors Carlos Ghosn von der Amtsführung entbunden. Jetzt hat auch der französische Staat als größter Anteilseigner von Renault die Reißleine gezogen.

Der französische Finanz- und Wirtschaftsminister Bruno Le Maire teilte mit, Ghosn ist “nicht mehr in der Lage, die Gruppe zu führen”.

Ghosn wird vorgeworfen falsche Erklärungen hinsichtlich seiner Einkünfte abgegeben zu haben. So soll er sein Einkommen in den Jahren 2011 bis 2015 mit nur ca. 40 Millionen Euro angegeben haben, obwohl es in Wahrheit doppelt so hoch gewesen sein soll.

Darüber hinaus soll Ghosn auf Kosten Nissans weltweit Immobilien gekauft haben. Den Kauf der Luxusimmobilien in Rio de Janeiro,  Beirut, Paris und anderen Großstädten soll Greg Kelly, ein ebenfalls mittlerweile verhafteteter Manager von Nissan, gesteuert haben.

Der Untergang Ghosn`s stellt für die betroffenen Konzerne eine echte Herausforderung dar. Ghosn hatte dafür gesorgt, dass keine Götter neben ihm existieren. Die Machtkonzentration in der Hand Ghosn`s hatte neben den jetzt ersichtlichen negativen Folgen auch eine durchaus positive Auswirkung. Ohne irgendwelches Geplänkel dreier unterschiedlicher Firmenchefs konnte er alleine auf oberster Ebene Kooperationen und Plattform Techniken durchsetzen.

Teilweise wird auch die Vermutung geäußert, dass hinter der Demontage von Carlos Ghosn japanische Interessen stehen. Den Japanern ist schon seit längerem die für sie mittlerweile grundlose Vormachtstellung von Renault ein Dorn im Auge.

Aktien von Renault, Nissan und Mitsubishi gehen auf Talfahrt

In der Folge der Verhaftung von Goschen stürzte die Renault Aktie von knapp 66 € auf bis zu 55,30 € ab. Auch die Aktien von Nissan und Mitsubishi Motors gingen auf Talfahrt.

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